Der Schritt in die Selbständigkeit ist für Existenzgründer eine große Herausforderung, zu der mehr gehört als eine Geschäftsidee. Oft fangen die Probleme bereits mit dem Businessplan an, in dem nicht nur die Marktanalyse und der originäre Kapitalbedarf zu berücksichtigen sind. Auch die Ausgaben für die Absicherung des Existenzgründers sollten aus Sicht vieler Start-Up-Berater und Versicherungsexperten hier eine Rolle spielen.
Welche Versicherungen müssen in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden und wo ist besonderes Augenmerk gefragt? Generell spielen hier die Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung sowie die Altersvorsorge eine Rolle. Alle drei Bereiche sind aus Expertensicht wesentliche Säulen der Vorsorge. Während die Krankenversicherung seit einigen Jahren aufgrund der allgemeinen Versicherungspflicht zu den obligatorischen Instrumenten zählt, wird die Berufsunfähigkeitsversicherung leider immer wieder vernachlässigt. Dabei ist gerade diese Versicherung wichtig für Existenzgründer, sichert sie im Ernstfall doch das Einkommen.
Berufsunfähigkeit – ein unterschätztes Risiko
Was die BU-Versicherung von anderen Policen abhebt und auch für Existenzgründer bedeutsam macht, ist die Tatsache, dass mit der Berufsunfähigkeitsversicherung elementare Risiken im Alltag abgesichert werden. Hintergrund: Einschränkungen in der Erwerbsfähigkeit gehen in der Regel mit deutlichen finanziellen Einschnitten aufgrund des Einkommensverlustes einher.
Gerade Selbständige müssen in diesem Zusammenhang besonderes Augenmerk beweisen, da hier oft auch die finanzielle Unterstützung durch den Staat wegfällt. Denn die Erwerbsminderungsrente ist an strenge Voraussetzungen, wie eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung geknüpft. Aufgrund der Versicherungsfreiheit von Freiberuflern und Selbständigen diese Anspruchsvoraussetzung selten erfüllt.
BU-Versicherung: Konsequent und angemessen absichern
Wie muss die optimale Absicherung im Rahmen der Berufsunfähigkeitsversicherung aussehen? Leider lässt sich diese Frage nur nach Kenntnis des Einzelfalls konkret und abschließend beantworten. Allerdings weisen Experten immer wieder auf einige allgemeingültige Punkte im Zusammenhang mit der Berufsunfähigkeitsversicherung hin. Generell ist es ratsam, aufgrund der breiten Palette an Tarifen, nach unabhängiger Beratung und einem Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich zu suchen.
Speziell in Bezug auf den Eintritt des Leistungsfalles sowie im Rahmen der abstrakten Verweisbarkeit und Nachversicherung können sich die Tarife einzelner Versicherer deutlich unterscheiden. Eine leistungsfähige Berufsunfähigkeitsversicherung erkennt den Leistungsfall bereits bei einer 50-prozentigen Berufsunfähigkeit des Existenzgründers an.
Leider unterlassen viele Existenzgründer nach wie vor den Blick in die Versicherungsbedingungen und unterzeichnen Verträge, die dem Versicherer das Recht einräumen, den Versicherungsnehmer in einen anderen Beruf zu verweisen und die Leistung zu verweigern. Daher warnen Experten regelmäßig vor Verträgen, welche die abstrakte Verweisung enthalten. Ein weiterer Punkt betrifft die Nachversicherungsgarantie. Hiermit steht dem Existenzgründer eine Hintertür offen, denn falls sich die Lebensumstände ändern (Geburt eines Kindes, Anschaffung einer Immobilie usw.) kann im Rahmen der Nachversicherung die Leistung der BU-Versicherung angehoben werden.
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